Samstag, 7. Juni 2014

Auf ein Neues - Mediamarketing für Autoren

Heute befasse ich mich wie der Titel schon verrät, mit Social Media und den Dingen, die man sich als Autor darüber klar machen muss...

So oder so.

Auf die schlaue oder auf die harte Tour.


Ich hab übrigens mit der harten angefangen und sitze jetzt mit einer blauen Nase über Ratgebern.

Aber der Reihe nach.

Ich mag meinen Blog!Auch wenn man es ihm nicht ansieht. Das liegt daran, dass ich mich so gern verzettle, dass ich zwischen meinem Job, meinen Büchern, meinen Haustieren und meinen vielen, vielen anderen Interessen nicht immer die Kraft habe, mich dann auch noch hinzusetzen und aufzuschreiben, was ich gelernt habe.


Aber das will und werde ich ändern. Nicht ganz uneigennützig, denn so hoffe ich natürlich auf Ruhm und Reichtum...He, irgendwann muss ich die Biester ja erfolgreich umzingelt haben, oder?

Social Media = Mitmach-Web

Umzingeln ist ein gutes Stichwort, denn es bringt mich auf mein eigentliches Thema. Werbung im "Mitmach-Web". Der Begriff ist gut, aber nicht von mir. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich ihn zum ersten Mal gesehen habe.Mitmachen besagt zuallererst, dass jemand anfangen muss. Das ist zumeist der Autor, der ja als erstes von seinem Buch weiß.

Verschiedene Social Media Plattformen bieten heute die Möglichkeit, Leser und Interessierte zu kontaktieren, in einen Dialog über das Buch und thematisch passende Inhalte zu treten und so Interesse an dem Buch und natürlich auch seinem Autor zu wecken. Richtig gemacht, wird man belohnt, weil dann auch andere von dem Buch oder seinem sagenhaft netten/lieben/lustigen/bewundernswerten/... Autor berichten und fröhlich teilen, zwitschern und plussen.

Ich werde hier in nächster Zeit - fest versprochen - verschiedene Plattformen vorstellen, über die man ein Buch mit potentiellen Lesern bekannt machen kann. Ich verlinke die Liste dann.


  • Facebook
  • Google +
  • Twitter
  • Lovelybooks
  • Goodreads
  • Blogs

Sie alle bieten uns Autoren (Indie oder Verlag) die Möglichkeit, mit Fans in direkten Dialog zu treten. Machen wir uns nichts vor, der Möglichkeit entspringt auch die Pflicht. Der moderne Fan ist verwöhnt. Er erwartet das und ihn sollten wir nicht enttäuschen.

Aber wie geht das?



Ein paar Sachen habe ich schon herausgefunden.


Be unique!

Der Name eines Autors ist seine Marke. Natürlich kann man mit Christian Meier erfolgreich sein, aber die Chance, dass Fremde beim Lesen des Namens sagen "Den kenne ich doch" und dabei an unseren Christian Meier, den Autor, denken, ist eher gering.Ein guter Name sollte also die Chance haben, bei Google ganz oben als der unseres Autors angezeigt zu werden. Und er sollte phonetisch leicht und gut zu merken sein. Djimitri Fojodrokovic ist zwar vermutlich ziemlich einzigartig, aber wohl deshalb, weil ihn sich kein Mensch merken kann...Das habe ich mit Kay Noa schon mal richtig gemacht. Zufall allerdings, wie ich ehrlicherweise zugeben muss. Damals habe ich an so etwas noch gar nicht gedacht.

#Federbekenntnis:Scriptoritis = Wenn man sich ein Pseudonym überlegt, obwohl man noch gar kein Buch geschrieben hat. => Click to Tweet


Ran ans Rudel!



Special-Interest-Plattformen für Autoren sind solche, in der sie Leser, und zwar vorzugsweise, solche ihres Genres finden (Seine "Zielgruppe" sollte jeder Autor sofort und ohne Zögern benennen können, also jene Menschen, die als Käufer des Buches besonders in Frage kommen. Das werden bei einem Splatter-Horrorfilm andere sein als bei einer Chicklit-Romanze). Das können Communities, Blogs, Gruppen und Fanpages auf den Social Media Plattformen sein. Regelmäßige Teilnahme dort, die definitiv über das Posten der eigenen Buchwerbung hinausgehen muss, ist also Pflicht. Das ist Teil des Jobs als Autor - und ganz ehrlich: Es macht Spaß. Wer Bücher schreibt, liebt doch Bücher. Ich tausche mich gern auf verschiedenen Kanälen mit Gleichgesinnten (Autoren und Lesern) aus und möchte das nach anfänglicher Skepsis heute nicht mehr missen. Hier findet man auch die Betreiber der zahlreichen Buchblogs - nennen wir sie Hardcore-Leser (klingt netter als "Multiplikatoren"), die ihrerseits eine Fangemeinde haben, die von unserem Autor erfahren, wenn es ihm gelingt die Aufmerksamkeit solcher Blogger zu gewinnen.


Titel = Teaser

Das habe ich mal mit meinen ersten Büchern komplett versemmelt. Welche Titel sich verkaufen, lässt sich durchaus in gewissen Grenzen vorhersagen. Das mag ein Grund sein, weshalb die meisten Verlage sich nicht nehmen lassen, den Titel selbst festzulegen.
Was macht da ein Indie, der (noch) nicht die Erfahrung hat? Trial and Error. Man kann das wie ich mit seinem Buch und dem Realtitel versuchen. Tut weh, macht keinen Spaß, glaubt mir.
Eine erschwingliche Alternative ist zunächst eine entsprechende Frage in den Gruppen/Foren an potentielle Fans. Je bekannter man hier als angenehmer, hilfsbereiter oder witziger Beitragender oder wenigstens Kommentator ist, desto bereitwilliger erhält man hier Unterstützung. Das hat den Nebeneffekt, dass zugleich eine Identifikation mit dem Buch ermöglicht wird.Da man Bücher aber nicht nur an "Bekannte" und "Forenfreunde" verkaufen will, bietet z.B. eine Google AdWords Kampagne eine neutralere Beurteilung. Wenn man dort mehrere Titel anbietet, erfährt man durch die Häufigkeit der Klicks oder besser noch "Käufe", welche im Zweifel auch in echt "gezogen" hätten. Um auch hier einen Nebeneffekt zu erzielen, kann man auf einer Landingpage eine Mailadresse abfragen, um Interessenten nähere Infos zukommen zu lassen. Jede Adresse kommt einem Kauf gleich. Denn geklickt wird, was neugierig macht - gekauft wird, was wirklich interessiert. Eine Adresse anzugeben, ist eine Entscheidung, etwas im Netz anzuklicken, ein Reflex.
So kann man übrigens auch Cover, Untertitel und Schlagworte testen.
Keine Scham!Rezensionen sind wichtig. Also nachfragen und bitten. Ein Hinweis am Ende des Buchs bringt erstaunlich viel. Gute Rezis sind natürlich besser, aber schlechte sind weit weniger schlimm als vermutet. 50 Shades of Grey wurde nun nicht gerade in den Himmel gelobt und verkaufte sich trotzdem. Weil es gelesen wurde. Der Vergleich mit einem Restaurant liegt nahe. Man geht eher in ein volles mittelmäßiges als in ein gutes, das leer ist. Verrückt? Vielleicht. Aber so sind Menschen eben.
Blogs ansprechen, um dort einen Gastbeitrag zu schreiben, ein Interview zu geben oder ein Gewinnspiel zu spendieren, bringt oft auch neben guten Kontakten neue Fans.
Schließlich kann man mit solchen Aktionen auch beim lokalen Buchhandel vorsprechen. Oft kennt man den Autor dort ja schon als Stammkunde.
Wer fragt, riskiert ein Nein.Wer nicht fragt, wird niemals ein Ja erhalten. => Click to Tweet


Mit den Wölfen heulen!

Sehr hilfreich ist es, den Profis auf die Finger zu sehen. Was bei Autoren funktioniert, die ein vergleichbares Zielpublikum haben, ist sehr wahrscheinlich auch für das eigene Buch hilfreich. Auch was Verlage so treiben, ist zwar nicht oft 1:1 umsetzbar, weil man das Budget nicht hat. Aber wir sind kreativ - da kann Armut doch kein Hindernis sein.


Ich freue mich über Kommentare und Feedback und natürlich auch, wenn der Beitrag geteilt wird.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Interview mit einem Autor... (Post Publishing)

Heute wurde ich interviewt.
Für einen Podcast.

Oh Mann...

Als ich von Elena Ernst, einer Teilnehmerin meiner Leserunde, die Anfrage zu diesem Interview bekam, habe ich mich zuerst riesig gefreut.

 Um dann vor Aufregung in Ohnmacht zu fallen.



Blöd, weil ich beruflich öfter Interviews gebe, zu komplexen Vertragsverhandlungen oder im Rahmen von Prozessen. Doppelt blöd, weil ich auf Schulungen und Vorträgen ja auch oft vor einem großen Publikum sprechen muss. Dreifach blöd, weil ich ja sonst wirklich gerne rede...

Andererseits ist es nun einmal so, dass ich anders als im Brotjob als Autorin nicht als Profi, sondern mehr als Künstler wahrgenommen werde. Von einem Rechtsanwalt erwartet man in erster Linie Fakten, damit kann ich umgehen.
Aber was will man von einem Fantasy-Autor?
Ich wusste es nicht genau und war ziemlich froh, dass Elena so nett war, mir die Fragen vom Podcast schon vorher zukommen zu lassen.

Trotzdem habe ich mir anhand ganz klassischer Grundsätze Gedanken dazu gemacht, worauf es wohl bei einem Interview ankommt, wie es zu einem guten Gespräch wird.

Das ist wichtig, denn wer ein gutes Interview gibt, bringt seine Botschaften ans Publikum, anstatt lediglich Reporterfragen zu beantworten. Ich will ja meine Leser erreichen. Meine frisch gefundenen Fans. Ja, ich will geliebt werden. Noch wichtiger ist mir, dass meine Bücher geliebt werden. Sie sind wie meine Kinder. Sie sollen es gut in ihrem neuen Zuhause haben.

Wie aber erreiche ich möglichst viele Menschen - und noch dazu richtig?

Laber nicht!
Im Beruf habe ich gelernt, dass zu lange Antworten dazu führen, dass keiner mehr zuhört. Im Radio noch leichter als vor der Kamera, wo man mit Mimik, Gestik, Körperhaltung seinen Standpunkt unterstreichen kann. Unabhängig davon sagt man dabei, gerade in gefährlichen Situationen (die waren hier jetzt nicht zu erwarten) schnell zu viel. Damit setzt man nicht nur falsche Akzente, sondern verpasst auch schnell die Gelegenheit, das zu vermitteln, was einem wichtig ist.
Um was geht es im Vampir? Ich könnte da stundenlang sprechen, von meinen Charakteren, von dem Krimi im Hintergrund, dem Charme meiner geliebten Heimatstadt München, vom Spaß an der Schattenwelt und dem genüsslichen Persiflieren der zeitgenössischen Vampirliteratur... Aber was ist der Aufhänger meines Buches? Was bewegt einen Nochnicht-Leser, mein Buch statt der vielen anderen zu kaufen?
Richtig. Das sollte die Antwort sein: Ich wollte vor allem darstellen, was passiert, wenn es passiert. Was heißt es denn konkret, Vampir geworden zu sein? Vampir und Beruf - geht das? Wo kauft man ein? Outet man sich? Und wenn ja, wie?
Spontanität üben
Das ist weniger Widerspruch als man meint. Ein verkrampfter Redner, der papageiengleich seine Sprüchlein aufsagt, ist ohne jedes Interesse und wird zudem oft als unsympathisch empfunden. Also locker bleiben, sich selbst treu...
Gleichzeitig aber gehört eine Vorbereitung zwingend zum guten Interview. Man sollte sich seine Antworten - insbesondere mit Blick auf die Kernaussagen, siehe oben - zurechtlegen. Nicht auswendig lernen, aber vorher wenigstens einmal durchdenken, damit man nicht ins Stammeln kommt, wenn man denn gefragt wird.
Mit dem Medium flirten...
Es ist ein riesiger Unterschied, ob ich meinen Vampir vor einem eher nerdigen männlichen Publikum oder vor chicklit-fanatischen Girlies präsentiere. Aber es ist auch ein großer Unterschied, ob man vor der Kamera, z.B. bei einem Video-Interview, für eine Zeitung oder Radio/Podcast zu Wort kommt. Während Stottern oder nach Worten suchen bei einem Zeitungsinterview relativ unwichtig sind, können ungnädige Reporter im Radio oder vor der Kamera einen Vollidioten aus Dir machen. Inhalte darf man nicht überbewerten. Auch wie etwas gesagt wird, ist relevant. So kann beim Radiointerview die Stimmlage eine Aussage unterstreichen. Oder aber auch torpedieren. Vor der Kamera kommt noch die Mimik, Gestik und Körperhaltung hinzu. Auch wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden, entscheiden sie doch über Glaubwürdigkeit und Sympathie.
... und mit dem Reporter
Die besten Interviews sind die, in die man gut vorbereitet geht und sie dennoch hält wie eine normale Unterhaltung. So kommt man authentisch und glaubwürdig herüber.
An dieser Stelle nochmals meinen großen Dank an Elena Ernst, die sowohl das Vorgespräch als auch das eigentliche Interview so wunderbar entspannt, freundlich und lässig geführt hat, dass es mir jedenfalls gar nicht aufgefallen ist, was da eigentlich gerade läuft.

Es hat riesig Spaß gemacht, ich bedanke mich für das Interesse und hoffe, dass ich mit diesem Beitrag zum Beitrag auch dem einen oder anderen hier die Angst vor solchen Anfragen genommen habe und die Leser/Hörer/Zuschauer dort draußen in den Weiten des WWW darauf aufmerksam machen konnte, wie unglaublich aufregend es ist, sich ihnen zu nähern...
Und hier könnt Ihr jetzt hören, was ich in der exklusiven Jubiläumsausgabe (Nr. 25) so zu erzählen hatte, über den Vampir. seine mögliche Verfilmung und über andere Bücher, die mir aktuell etwas bedeuten.

PODCAST BÜCHERREICH (www.buecherreich.net)

Samstag, 3. Mai 2014

Autor und Erfolg - Hommage an meine Leser

Jetzt bin ich also ein erfolgreicher Autor.
Puh!
Vom Start weg war der Vampire Beginners Guide in den Top Ten der Charts und über 4 Wochen die Nr. 1 der Kindle Vampirromane. Auf Amazon prasseln 5-Sterne-Rezensionen auf mich ein. Kollegen, die mich vorher milde ignorierten liken plötzlich auf Facebook meine Posts und viele, viele Leser freuen sich mit mir.
Hey, das ist wie Ostern (passend zur Saison). Aber mehr noch wie Weihnachten, wenn mal die Wunschliste vom Christkind beherzigt wird und das Packerl enthält, was man sich erhofft hat. 

Es ist ein herrliches Gefühl. Und auch irgendwie verstörend, und darüber möchte ich heute berichten. 

Ich erspare uns an dieser Stelle, die fraglos schwierige Frage, was denn letztlich Erfolg ist. Unabhängig vom philosophisch kosmischen Ansatz, würden vermutlich viele, viele "erfolg"-reichere Autoren nur milde lächeln, wenn ihr Titel nur eine noch dazu relativ kleine Rubrik anführen würden und nicht mal mindestens die allgemeinen Kindle-Charts - oder noch besser die allgemeinen Amazon-Charts. Oder die Spiegel-Bestseller-Liste. Aber sagen wir mal, für mich ist das ein Erfolg, der mich schon sehr, sehr glücklich macht.

Nicht so sehr, weil man jetzt kommerziell erfolgreich wäre. Ehrlich, um hauptberuflich Autor sein zu können, müsste der Vampir in die Top Ten der allgemeinen Charts sein und nicht nur unter den Vampiren. 
Nicht so sehr, weil man sich das so gewünscht hat, all die Jahre, in denen man schon immer den Autor tief in sich drin spürte.
Nicht so sehr, weil es so viele, viele gab, die nie an einen geglaubt haben - oder vielmehr schon, aber eben eher als Versager. 

Das alles hätte ich erwartet. 
Aber nein - für mich jedenfalls kam es ganz anders. Erfolg ist noch viel toller, als ich es mir erträumt hätte. All diese Gedanken nämlich, die man so mit "Erfolg" verbindet. sind egozentriert, also betreffen mich und meine Position (als Autor, in der Welt). Das ist der äußere Erfolg. 

Tatsächlich aber ist das wirklich erhebende wunderbare Gefühl des schriftstellerischen Erfolgs eine Herzenssache. Am Besten kann man das mit einer Mutter vergleichen, die vor Freude weint, weil ihrem Kind applaudiert wird. Ich freue mich seltsamerweise nicht für mich, sondern für Lexa und Dave, obwohl ich die zwei doch erschaffen habe. Wenn dann in der Leserunde jemand schreibt, dass er Lexa nicht so sympathisch finde, dann würde ich sie am Liebsten in Schutz nehmen. Mach ich natürlich nicht, aber ich hoffe bangen Herzens, dass der Leser ihre Qualitäten und ihr liebenswertes Wesen doch noch erkennt. Dass ich nicht allein mit dem Kummer bin, wenn der Plot das Leben eines meiner neuen Freunde fordert, war eine wunderbare Erfahrung.
Der Autor sitzt üblicherweise in seinem Kämmerchen und erschafft sich seine Freunde, die Protagonisten. Selbst wenn es rechte Schurken oder Psychopathen sind - Autoren sind nicht oft so anders... Gleich und gleich gesellt sich gern. Aber jetzt plötzlich über diese Freunde neue Freunde zu gewinnen, ist toll. Freunde, die gemeinsame Interessen, nämlich die Entwicklung meiner Figuren haben. Die sich freuen, wenn ich weiterschreibe und "hibbelig" werden.
Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen, weil es das Herz anspricht, nährt und streichelt.

Geld allerdings braucht man als Autor auch. Und zwar aus keinem anderen Grund als dem. weil man sonst keine Zeit zum Schreiben hat, weil man anderweitig Geld verdienen muss. Und weil - sagen wir wie es ist - Geld eben ein ziemlich zuverlässiger Gradmesser für den äußeren Erfolg ist. Geld erlaubt uns, weiterzuschreiben. Und damit wird es zur Voraussetzung des innersten Erfolgs, dem der Seele, wenn man nämlich in die glückliche Lage kommt, seinem Wunsch, seinem Bedürfnis, diesem inneren Drang nachzukommen, eine der Geschichten, die im meist überhitzten Autorenkopf als berüchtigte Plot-Bunnys fröhlich durch die Windungen hoppeln und alles, aber auch alles, was ihnen dort begegnet heillos durcheinander bringen, um nur irgendeine abgefahrene Geschichte zusammenzuschrauben. In jedem Buch ist immer zumindest in Fragmenten auch ein Abbild der Autorenseele. Seine Hoffnungen, seine Ängste, seine Wünsche, sein Gefühl von dem. was richtig oder falsch ist. Selbst wenn er es nicht will. Eine Geschichte ist so verräterisch wie Körpersprache. Da verstellt man sich nicht auf Dauer. 

Und gerade deshalb ist das Gefühl so wunderbar, wenn ein wildfremder Mensch mir und meiner Geschichte Zeit widmet und sich auf sie einlässt. Wenn er eine Rezension schreibt und damit nicht nur noch mehr Zeit, sondern auch einen gewissen Aufwand auf sich nimmt. Wenn ich Anfragen bekomme, wann ich weiterschreibe... Das ist toll.
Ich weiß nicht, wie es für die Martins, Browns, Rowlings oder Meyers dieser Welt ist, wenn die Fans nicht in die Hunderte oder wie in meinem Fall Tausende gehen (*Freu!*), sondern in die Hunderttausende oder gar Millionen. Vielleicht ist man dann von der Masse so überwältigt, dass man sich bei den vielen Tonnen Fan-Feedback nicht mehr über den Einzelnen freut. Ich weiß es  nicht, aber ich kann mir das nicht vorstellen.

Jeder Leser investiert das kostbarste, das er hat: Zeit. Um mein Buch aus dem Meer der Bücher zu ziehen und zu lesen. Wow.
Viele schreiben mir Nachrichten, stellen Fragen, die zeigen, dass sie Anteil nehmen. Hoffen auf eine Fortsetzung - ungeduldig.
Schriftstellerischer Erfolg hängt in allen Bereichen davon ab, dass man Leser erreicht, sie berührt, Emotionen weckt. Und die bekommen wir dann auch mittelbar durch Mails und Käufe zurück. Das ist toll. Kritik, die dazu führt, dass unser gemeinsamer Freund noch besser wird, ist mir dabei ebenso willkommen wie Vorschläge, was in die Geschichten noch hineinsollte.
Wenn ich dieser Tage am 2. Band, dem Vampire Practice Guide, schreibe, dann mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht. Ich bin glücklich, weil ihr mich glücklich gemacht habt.
Vielen Dank.
Man liest sich. 


Montag, 3. Februar 2014

Hallo? Ist da wer? - Auf der Jagd nach Lesern

Cowboy Lasso - indervilla.com
Autoren sind extrovertiert.
Nun ja, nicht zwingend. 

Man kann natürlich in seiner Autorenhöhle sitzen und schreiben, schreiben, schreiben ohne je einem "echten" Menschen zu begegnen. Als Fantasy-Autor hat man zudem den großen Vorteil, noch nicht einmal bei seinen Protagonisten Menschen begegnen zu müssen... Und tatsächlich fühle ich mich häufig unter den fiktiven Charakteren meiner Bücher - und der Bücher die ich lese - viel wohler als in der unfreundlichen Welt dort draußen. 
Aber in Bezug auf unser Werk sind wir extrovertiert. Verzweifelt abhängig von Lesern. Und von seinem Wohlwollen. Außer Franz Kafka vielleicht, der tatsächlich nur für sich geschrieben hat, aber das ist ein anderes Thema und ein sehr spezieller Fall.

Heutzutage aber beginnt der Autorenfrust ja schon an der Stelle, wo man einen völlig reizüberfluteten, übersättigten, träge und im Großen und Ganzen ungnädig gewordenen Leser auf sich und sein Werk aufmerksam machen will. Und das bringt mich zu der Frage, wie kann man seine Leser erreichen?
Die einschlägigen Foren und Facebook-Gruppen sind voller guter Tipps. 

Der persönliche Kontakt ist es, der Erfolg verspricht. Aber der ist naturgemäß limitiert, zumal Autoren neben einem Brotjob, der ihre Arbeitszeiten besetzt, ja auch noch ersinnen, schreiben und redigieren müssen, was dem Leser angetragen werden soll. Ich freue mich über jeden Leser, über jeden Kontakt, über jedes Lebenszeichen, dass ich dort draußen wen erreiche. Ich will ja nicht nur gekauft, sondern gelesen werden (Wobei ich den Kauf natürlich sehr schätze, erlaubt er mir doch, zu schreiben). Aber meine Figuren suchen Freunde. Meine Seele, die ich mir wortwörtlich aus dem Leib schreibe und die Lücke mit Kaffee fülle, sucht ein Echo dort draußen. 

Ein Newsletter wäre vielleicht besser. Aber woher die Adressdaten nehmen? Schwierig, aber machbar. 
Ich hab das mal ausprobiert. Natürlich bekommt man jedes Mal ein paar Mails mit der Bitte, den Absender künftig nicht mehr zu belästigen und ich fühle mich dann auch ein bisschen spammig. Entsprechend zurückhaltend bin ich auch in der Gestaltung. Ich versuche nie, direkt zu  verkaufen und mit schönen und innovativen Angeboten zu locken, doch natürlich ist jede Form von Werbung und Produkthinweis in irgendeiner Form übergriffig. Samthandschuh hin und Zuckerle her.
Worin kann so ein Zuckerle bestehen? Was wünscht sich ein Leser von seinem Autor?
Ich bemühe mich um neue Gewinnspiele und verkünde die Gewinner von alten Wettbewerben. 
Ich offeriere Geschenke. Buchgeschenke oder thematisch passend andere Dinge  wie die gern genommenen Lesezeichen, Schmuck oder andere Dinge. 
Ich informiere über Lesetermine und Neuerscheinungen. Änderungen, die ich an Blog, Homepage oder Facebook-Seiten vorgenommen habe. Und Leseproben natürlich.
Ich berichte über die Ereignisse hinter den Kulissen und suche Feedback, wenn ich mich frage, wie Plot und Protagonisten weiter entwickelt werden können.

Und dabei versuche ich noch, geheimnisvoll genug zu bleiben, um auch ohne direkte plumpe Aufforderung, den geneigten Leser dieser Nachrichten zu einem hoffentlich begeisterten Leser meiner Werke zu machen. 

Dasselbe kann ich natürlich auch über Facebook oder Google+ machen, wo ich doch von zahlreichen Leuten abonniert bin. 

Aber liest überhaupt jemand, was ich so mühevoll zusammenstelle? 

Ich habe das mal getestet und über den #BlogdurchsBuch verkündet, dass dass es noch vor dem Start des zweiten Teils Leseproben für Band III gibt. Aber nicht wo. 
Tatsächlich haben viele Leute mich angemailt und nachgefragt, nachdem sie in dem Newsletter nichts finden konnten. Ein paar haben mich halbernst beschimpft, weil ich vergessen hätte, das zu erwähnen.

Damit habe ich gegen das 1. Gesetz verstoßen - mach es Deinen Lesern leicht, Dich zu finden. Liefere alle Informationen in appetitlichen, strukturierten Häppchen. Komprimiert, konzentriert, coloriert. 

Ich werde nächste Woche hier ein paar Leseproben aus Band III vom Helden veröffentlichen. Und natürlich auch, wann und was ich sonst so vorhabe. 
Im Februar erscheint der "Vampire Beginners Guide" und damit genrefremd mal etwas Urban Fantasy. Ich bin sehr, sehr aufgeregt.
Spätestens im März zu Karneval/Fasching geht es dann auch wieder mit dem Helden weiter. High Fantasy frisch aus der Inspetion. Ein Relaunch, in dem ich Leser-Anregungen eingebaut und dem ganzen Epos ein neues Gesicht verpasst habe - dazu auch schon auf meiner Homepage einige Veränderungen. Und natürlich Band III, den ich eigentlich schon Anfang des Jahres herausgeben, aber aus privaten, unbeeinflussbaren Gründen leider etwas verschieben musste.


Ich bin willig. Ich bin motiviert. Sagt mir, was ihr wollt. Außer Maoam!






Freitag, 17. Januar 2014

Alles Blutsauger - Vampire und Autoren

Vampire!
Ich hab es getan.
Jetzt bin ich auch unter die Vampirromanautoren gegangen. Meine Schwester hat sich das von mir gewünscht und ich muss sagen, es hat Spaß gemacht. Während des NaNoWriMo habe ich mich hingesetzt und es fast fertig geschrieben und pünktlich bis Weihnachten für das Schwesterlein noch vollendet. War natürlich schwerer als erwartet, denn auch hier haben meine Protagonisten wieder einmal so ziemlich alles gemacht - nur nicht was ich wollte... Bis das Buch fertig ist, fühle ich mich immer völlig ausgesaugt. Und das nicht nur wegen des Vampir-Themas. Blutleer, ideenlos, fix und fertig.
Meistens werde ich dann auch noch krank. Nicht sehr, gerade genug, damit mein Körper auch ein Zeichen setzt, dass er auch beteiligt war, an dem Projekt Buch.
Und das ist schon enorm.
Ein Buch - Das ist Lieben und Lachen, Toben und Verzweifeln, durchgeschriebene Nächte, Koffeinüberdosis generierte Übelkeit und frühmorgendliche Begeisterungsausbrüche, weil sich plötzlich ein Plotloch schließt.
Dazu gehören panische Online-Recherchen zu Blutgruppenfragen, das respektvolle Zitieren und Neuerfinden, nächtliche Touren durch München zu den Orten des Geschehens, die meist vergnüglichen, oft anstrengenden und immer spannenden Recherchen zu dem eigentlichen Hauptdarsteller des Buchs, dem hochgeheimnisvollen Vampire Beginners Guide.
Das erfordert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage, ob ein moderner Großstädter es überhaupt bemerken würde, wenn er zum Zombie oder gar zu einem Vampir mutiert. Ich brauche Antworten darauf, wie ein Wermops sich in das urbane Leben eines Großstadthaushalts integriert oder auch wie man unbemerkt in eine Blutbank einbricht.
Das Nachspüren der Gefühlswelt von Lexa und Dave, von Ron und Maya aber eben auch von Herbert, Baghira oder Karel. So ist man Vampir und Werwolf, Vamp und Künstler, Bösewicht und Held in einem. Und jeder Teil hat seine Meinung, seine Wünsche und Ideen. Und ich bin angetreten, um sie alle einzusammeln und zu einer Geschichte zu gießen, die nur einen Zweck hat - meinen Lesern (und vor allem meiner Schwester) zu gefallen. Das ist die Sorge, die den Autor beim Schreiben umtreibt. Das ängstliche Aufhorchen, ob die soeben mühsam dem PC anvertraute Szene nicht nur meinen strengen und egomanen Protagonisten gefällt, sondern auch und vor allem meinem Publikum da draußen... jenes, das irgendwo da draußen ist...
Das ist das Auf und Ab des Autorendaseins - und hey! Ich möchte es nicht missen. Das ist Leidwolllust, nehme ich mal an.
Aber sei es darum, wenn Euch das Buch nur halb soviel Freude bereitet wie mir, dann hat es sich rentiert.
Allein der Tag, als ich von meiner lieben Freundin und hochverehrten Künstlerin meines Vertrauens Jacqueline Spieweg das Cover zum Vampir bekommen habe...
Wenn ein Buch ein Gesicht bekommt, all die Stunden der Arbeit plötzlich Farbe erhalten... Das ist einfach unbeschreiblich!
Schöner ist nur noch der Augenblick, wenn man ENDE tippt.
Super. So stolz. So glücklich.
Ich werde die nächsten Tage mal ein paar Schnippsel posten, damit versüße ich mir die Auseinandersetzung mit dem Lektorat, das Formatieren und Vorbereiten für die Veröffentlichung und all die grässlichen Dinge, die man als Selfpublisher machen muss, wenn man doch eigentlich schon fertig ist.
Ich freue mich auf die kommenden Tage, wenn ich mein langzahniges Baby einem hoffentlich geneigtem Publikum vorstellen darf, und noch mehr über Euer Feedback.

Das mir jederzeit und auf allen Kanälen sehr willkommen ist.

Sonntag, 5. Januar 2014

Auf den Hund gekommen - so entsteht ein Thriller...

Manchmal muss man halt auch mal andere Dinge erzählen. Ganz reale, aber irgendwie doch fantastische...

Wir waren heut bei Bayreuth um den neuen Hund abzuholen. Elende Fahrerei bei Dauerregen.
Und jetzt zwei hochempörte Katzen, die im Dachgeschoss sitzen und Rachepläne schmieden...
Das wird ein Thriller. Eine Kurzgeschichte. Oder auch ein Epos... Wird jedenfalls nicht langweilig.